Altes Parkett vor dem Schleifen: So beurteilen wir den Zustand
Bevor wir einen alten Parkettboden anfassen, schauen wir ihn uns genau an. Denn nicht jeder alte Boden lässt sich gleich gut aufarbeiten, und die richtige Körnung hängt stark vom Zustand ab. In diesem Beitrag zeigen wir mit Fotos von echten Baustellen, worauf wir bei Altparkett achten: Flecken, Kratzer, Fugen, lose Stäbe und alte Beschichtungen. Die Bilder stammen aus unserem eigenen Bodenleger-Betrieb.

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Fischgrätparkett aus Eiche: Gebrauchsspuren und Fugen
Altes Fischgrätparkett hat oft eine gleichmäßig abgenutzte Oberfläche mit Kratzern, kleinen Flecken und Farbspritzern. Wichtig ist, ob die Stäbe fest liegen und wie tief die Gebrauchsspuren gehen. Solange noch genug Nutzschicht vorhanden ist, lässt sich ein solcher Boden gut abschleifen. Wir prüfen außerdem, ob einzelne Stäbe hohl klingen oder lose sind.

Auf dem Nahbild sieht man feine Fugen zwischen den Stäben, Kratzer und Reste von Farbe. Farbspritzer lösen sich beim Schleifen mit ab, tiefe Fugen müssen bei Bedarf nachher gefüllt werden.
Flecken im Holz
Dunkle Wasserflecken wie bei diesem Mosaikparkett sitzen oft tief im Holz. Ob sie sich herausschleifen lassen, entscheidet die Tiefe. Wir schleifen zuerst mit der groben Körnung und beurteilen dann, was übrig bleibt.

Nadelholzdielen und Stabparkett
Alte Nadelholzdielen sind weich und haben oft Astlöcher und Flecken. Hier schleifen wir vorsichtiger, damit nicht zu viel Material abgetragen wird. Bei abgenutztem Stabparkett ist die Oberfläche meist stumpf und zerkratzt, die Stäbe selbst aber noch in gutem Zustand.


Welche Körnung für welchen Zustand?
Für den Grobschliff setzen wir bei Altparkett auf K36 bis K40 (Zirkon Schleifband 200 × 750 mm), bei stark abgenutzten oder beschichteten Böden. Danach geht es mit K60 bis K80 weiter und mit K100 als Schlussschliff. Am Rand arbeiten wir mit dem Randschleifer und Zirkon Klett-Schleifscheiben in derselben Körnung. Bei empfindlichen Nadelholzdielen beginnen wir lieber etwas feiner und prüfen nach den ersten Bahnen, ob die Fläche gleichmäßig wird.
Wann ist ein Boden nicht mehr zu retten?
Wenn die Nutzschicht an vielen Stellen durchgeschliffen ist, Stäbe lose sind oder der Untergrund feucht ist, sollte zuerst ein Fachmann prüfen, ob sich ein Abschleifen überhaupt lohnt. In den meisten Fällen lässt sich ein Altparkett aber gut aufarbeiten und sieht danach wieder wie neu aus. Schritt für Schritt erklärt das unser Ratgeber: Parkett schleifen.
Unsere Tipps aus der Praxis
- Zustand zuerst prüfen: Fest liegende Stäbe, trockener Untergrund und genug Nutzschicht sind die Voraussetzung.
- Lose Stäbe vor dem Schleifen fixieren: Sonst reißen sie unter der Maschine aus.
- Mit der Körnung vorsichtig anfangen: Bei weichem Holz lieber K40 als K24 wählen, bei Bedarf dann gröber nachlegen.
- Probefläche anlegen: Eine kleine Fläche zeigt, ob sich Flecken herausschleifen lassen.
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