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Schleif-Ratgeber

Fiberschleifscheiben für Winkelschleifer: Körnung, Material und Anwendung

von RIWO Commerce 29 Jun 2026

Fiberschleifscheiben sind die am häufigsten eingesetzten Schleifmittel für Winkelschleifer – und gleichzeitig die am häufigsten falsch eingesetzten. Falsches Material, falsche Körnung oder falscher Anpressdruck kosten Zeit, Scheiben und im schlimmsten Fall das Werkstück. Dieser Ratgeber erklärt was Fiberscheiben sind, welche Körnung für welches Material passt und worauf du bei Stahl, Edelstahl und Aluminium achten musst.

Was ist eine Fiberschleifscheibe?

Fiberschleifscheiben bestehen aus einem mehrlagigen Vulkanfiber-Träger – einem besonders harten, druckbeständigen Papierverbundstoff – der mit Schleifkorn beschichtet ist. Der Träger gibt der Scheibe ihre charakteristische Steifigkeit und hohe Belastbarkeit bei gleichzeitiger leichter Eigenflexibilität.

Die Scheibe wird mit einem Stützteller auf den Winkelschleifer gespannt. Der Stützteller bestimmt wie starr oder flexibel die Scheibe aufliegt – harter Teller für ebene Flächen, weicher Teller für Profile und Konturen.

Fiberscheibe vs. Fächerschleifscheibe – was ist der Unterschied?

Merkmal Disque abrasif fibre Fächerschleifscheibe
Aufbau Einteiliger Fiber-Träger Überlappende Schleifpapier-Lamellen
Abtrag Hoch bis sehr hoch Mittel
Oberfläche Grober Schliff Feiner, gleichmäßiger Schliff
Einsatz Grobabtrag, Entrosten, Schweißnähte Zwischenschliff, Oberfläche finishen
Coûts Günstiger pro Stück Teurer, hält aber länger

Faustregel: Fiberscheibe für den Grobabtrag, Fächerscheibe für das Finish.

Schleifmaterial: Korund für Fiberscheiben

Die meisten Fiberscheiben im Standardbereich sind mit Korund (Aluminiumoxid, AO) beschichtet. Korund ist ein robustes, vielseitiges Schleifkorn das auf Stahl, Aluminium und Holz eingesetzt werden kann.

Bei RIWO Commerce führen wir Korund Fiberschleifscheiben in zwei Größen:

Beide Größen sind in Körnungen K16 bis K100 erhältlich und als 50er-Pack direkt vom Hersteller importiert.

Körnung nach Anwendungsfall

Grain Einsatz Typische Anwendung
K16–K24 Sehr grober Abtrag Schweißnähte abschleifen, Rost entfernen, Gussgrade abtragen
K36–K40 Grober Abtrag Materialunebenheiten abtragen, Altlack entfernen, Entgraten
K60–K80 Mittlerer Schliff Oberflächenvorbereitung vor Lackierung oder Beschichtung
K100 Feinschliff Letzter Schleifgang vor Grundierung oder Endbehandlung

Stahl, Edelstahl, Aluminium – was du beachten musst

Baustahl und Konstruktionsstahl

Stahl ist das unkomplizierteste Material für Fiberscheiben. Korund in K24–K60 arbeitet effizient, der Abtrag ist hoch. Anpressdruck kann stärker sein als bei anderen Materialien. Wichtig: Scheibe immer in Bewegung halten um Hitzespots und Anlauffarben zu vermeiden.

Edelstahl (V2A / V4A)

Edelstahl ist empfindlich. Zwei Regeln die du nicht brechen darf:

  1. Keine Scheiben verwenden die vorher auf Stahl eingesetzt wurden. Stahlreste in der Scheibe verursachen Kontaktkorrosion auf dem Edelstahl – der Rost erscheint Wochen später als braune Flecken.
  2. Kein zu hoher Anpressdruck. Edelstahl reagiert empfindlich auf Wärme – Überhitzung führt zu Anlauffarben (Blauverfärbung) die nur schwer zu entfernen sind.

Für Edelstahl: separate Scheiben bereithalten, nie mit Stahl-Scheiben mischen. Körnung K40–K80, leichter Anpressdruck, Scheibe öfter wechseln statt zu überlasten.

Aluminium

Aluminium ist weich und setzt Schleifscheiben schnell zu – das weiche Metall schmiert sich in die Poren des Schleifkorns. Das reduziert die Schleifleistung drastisch und führt zu Schmierflecken auf dem Werkstück.

Gegenmaßnahmen: Körnung K40–K60 wählen, Scheibe regelmäßig mit einem Abrichtstift oder auf einer Betonkante abrichten. Alternativ spezielle Aluminiumscheiben mit Antihaftbeschichtung verwenden.

Technische Voraussetzungen am Winkelschleifer

Maximale Drehzahl prüfen

Jede Fiberscheibe hat eine aufgedruckte maximale Drehzahl (meist 13.000 U/min für 115 mm, 8.500 U/min für 180 mm). Die Drehzahl des Winkelschleifers darf diese Angabe nicht überschreiten. Das ist eine Sicherheitsvorschrift – Überdrehzahl kann zur Scheibenzerlegung führen.

Stützteller verwenden

Fiberscheiben müssen immer mit einem passenden Stützteller (Gummiteller) eingesetzt werden. Ohne Stützteller liegt die Scheibe nicht gleichmäßig auf und kann brechen. Für ebene Flächen: harter Teller. Für Konturen und Profile: weicher Teller.

Schutzhaube montiert lassen

Pflicht nach EN 60745. Bei Scheibenbruch (selten, aber möglich) schützt die Haube vor Splittern.

Typische Fehler und wie du sie vermeidest

Scheibe steht still, kein Abtrag

Körnung zu fein oder Scheibe zugesetzt. Gröbere Körnung wählen oder Scheibe auf Betonkante abrichten.

Anlauffarben auf Edelstahl

Zu viel Anpressdruck oder zu niedrige Körnung. Scheibe öfter anheben, Körnung eine Stufe grober.

Scheibe verschleißt sehr schnell

Falscher Winkel: Fiberscheibe immer flach aufsetzen, nicht seitlich kippen. Winkel 5–15° zur Werkstückoberfläche ist optimal.

Mengenrabatt lohnt sich

Unsere Fiberscheiben gibt es im 50er-Pack zu deutlich günstigeren Konditionen als im Einzelkauf. Für Handwerksbetriebe die regelmäßig schleifen rechnet sich das schnell – weniger Nachbestellungen, immer genug auf Lager.

Alle Korund Fiberschleifscheiben bei RIWO Commerce

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